In unserer Praxis bieten wir im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie die Verfahren Verhaltenstherapie, psychoanalytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie an. Diese sind wissenschaftlich geprüfte und nachhaltig wirksame Behandlungen seelischer oder psychosomatischer Erkrankungen. Für die Behandlung seelischer Krisen oder Erkrankungen stehen je nach Indikation mehr oder weniger fokussierte und/oder manualisierte Therapieverfahren zur Verfügung.
Psychotherapie heißt: Sie sprechen regelmäßig mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin. Das hilft bei Ängsten, Traurigkeit und anderen seelischen Problemen. Es gibt bei uns verschiedene Arten von Therapie:
Tiefenpsychologisch fundierte und psychoanalytische Psychotherapie
Fokussierte Kurztherapien und Kriseninterventionen dienen der schnellstmöglichen Besserung akuter Krankheitsepisoden. Hierbei werden die zur akuten Krise führenden Faktoren eingegrenzt und ressourcenorientiert gezielt in Arbeit genommen. Darüber hinausgehende Themen werden benannt, aber nicht bearbeitet, wenn sie nicht unmittelbar für die akute Krise verantwortlich erscheinen.
Eine psychoanalytische Psychotherapie ist indiziert, wenn sich miteinander verflochtene Problematiken finden, die immer wieder akute Krisen bedingen und sich nicht gezielt abgrenzen lassen — langfristig bestehende, sich wiederholende und aufschaukelnde pathologische Symptom- oder Beziehungsmuster. Der Zugang zu eigenen Ressourcen- oder Resilienzfaktoren ist dann aufgrund wiederholter Enttäuschungserfahrungen oder großen Misstrauens in sich oder andere Menschen sehr erschwert, sodass kurztherapeutische oder motivierende Behandlungsverfahren wenig greifen können. Dies tritt beispielsweise bei andauernden Gefühlen von tiefen existenziellen Ängsten, innerer Fremdheit, Niedergeschlagenheit, Misstrauen oder auch Abgetrenntheit gegenüber anderen Menschen, sich selbst oder dem eigenen Körper auf.
Hier stehen die das Leben bestimmenden Gefühlslagen in ihren psychosomatischen und psychosozialen Zusammenhängen im Vordergrund. Daher benötigt ein psychoanalytischer Zugang (im Einzelsetting) mehr Zeit und höhere Stundenfrequenzen, um die vorherrschende Lebensatmosphäre im Therapieraum spür- und bearbeitbar werden zu lassen. Ergänzend werden analytische Gruppentherapien angeboten.
Bei dieser Therapie geht es um Gefühle und Erfahrungen aus Ihrem Leben. Auch um Dinge, die schon lange belasten. Die Therapie dauert oft länger. Man trifft sich ein- oder mehrmals pro Woche.
Verhaltenstherapie
In der kognitiven Verhaltenstherapie (kognitiv = das Denken betreffend) wird davon ausgegangen, dass Verhaltensweisen, Denkmuster und Gefühlsreaktionen im Laufe des Lebens bewusst und nicht-bewusst erlernt wurden. Manchmal reicht das Erlernte zur Bewältigung des Alltags und belastender Lebensereignisse nicht mehr aus, oder es ist sogar hinderlich dabei. Dadurch können psychische Beschwerden entstehen.
In einer verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Psychotherapie wird gemeinsam mit Ihnen erarbeitet, welche Lern- und Lebenserfahrungen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung Ihrer Beschwerden eine Rolle spielen. In einem weiteren Schritt werden individuelle Ziele formuliert — es geht also darum, zu überlegen, was sich durch die Therapie für Sie verändern und verbessern soll. Zur Erreichung Ihrer Ziele werden dann hilfreichere Verhaltensweisen und Denkmuster entwickelt und eingeübt. Im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe" werden Sie außerdem dabei unterstützt, Ihre eigenen Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen und auszubauen. Hierdurch sollen Sie selbst in die Lage versetzt werden, Einfluss auf Ihre Beschwerden nehmen zu können und schwierige oder belastende Lebenssituationen in Zukunft besser zu bewältigen.
Bei der Verhaltenstherapie üben Sie neue Wege im Denken und Handeln. Sie lernen: So gehe ich besser mit Problemen um. Sie bekommen klare Ziele und Aufgaben.