Hinweis zur Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten
Stand September 2026. Unsere Therapieplätze sind derzeit belegt. Die psychotherapeutische Sprechstunde bieten wir unverändert an — sie ist der gesetzlich vorgesehene Zugang zur Psychotherapie, und wir klären in ihr mit Ihnen, ob eine Behandlung angezeigt ist und welche, auch wenn wir den Platz dafür nicht selbst anbieten können. Wenn es dringlich ist, sagen wir Ihnen das und helfen bei den nächsten Schritten.
Für die Vermittlung eines Sprechstunden-, Akut- oder Therapieplatzes ist die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung zuständig: 116 117, rund um die Uhr, auch online.
Warum wir mit neuen Behandlungen zurückhaltend sind, sagen wir offen: Ab dem 1. Januar 2027 wird die Vergütung ambulanter Psychotherapie wieder in die budgetierte Gesamtvergütung überführt. Wie viele Behandlungsstunden je Praxis dann noch vergütet werden, ist nicht entschieden — das ergibt sich erst aus den Vorgaben des Bewertungsausschusses und dem Honorarverteilungsmaßstab unserer Kassenärztlichen Vereinigung; über Ausnahmen und über die Fortführung begonnener Behandlungen berät der Gesetzgeber derzeit noch. Solange das offen ist, gehen wir vorsichtig mit unserer Kapazität um. Der Grund ist einfach: Eine begonnene Psychotherapie soll nicht mittendrin abbrechen, weil ein Kontingent aufgebraucht ist. Wir halten es für verantwortbarer, jetzt weniger Behandlungen zu beginnen, als später laufende zu beenden. Kassenplätze gegen private Zahlung bieten wir nicht an.
Sobald sich die Lage klärt, ändern wir diesen Hinweis und schreiben es an diese Stelle.
Die psychiatrische Privatsprechstunde und die Diagnostik von ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) durch Dr. Scherer sind hiervon unberührt: Unsere Kassenzulassung ist eine psychotherapeutische mit hälftigem Versorgungsauftrag; diese Leistungen liegen außerhalb davon und werden nach GOÄ abgerechnet.
In unserer Praxis bieten wir im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie die Verfahren Verhaltenstherapie, psychoanalytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie an. Diese sind wissenschaftlich geprüfte und nachhaltig wirksame Behandlungen seelischer oder psychosomatischer Erkrankungen. Für die Behandlung seelischer Krisen oder Erkrankungen stehen je nach Indikation mehr oder weniger fokussierte und/oder manualisierte Therapieverfahren zur Verfügung.
Tiefenpsychologisch fundierte und psychoanalytische Psychotherapie
Fokussierte Kurztherapien und Kriseninterventionen dienen der schnellstmöglichen Besserung akuter Krankheitsepisoden. Hierbei werden die zur akuten Krise führenden Faktoren eingegrenzt und ressourcenorientiert gezielt in Arbeit genommen. Darüber hinausgehende Themen werden benannt, aber nicht bearbeitet, wenn sie nicht unmittelbar für die akute Krise verantwortlich erscheinen.
Eine psychoanalytische Psychotherapie ist indiziert, wenn sich miteinander verflochtene Problematiken finden, die immer wieder akute Krisen bedingen und sich nicht gezielt abgrenzen lassen — langfristig bestehende, sich wiederholende und aufschaukelnde pathologische Symptom- oder Beziehungsmuster. Der Zugang zu eigenen Ressourcen- oder Resilienzfaktoren ist dann aufgrund wiederholter Enttäuschungserfahrungen oder großen Misstrauens in sich oder andere Menschen sehr erschwert, sodass kurztherapeutische oder motivierende Behandlungsverfahren wenig greifen können. Dies tritt beispielsweise bei andauernden Gefühlen von tiefen existenziellen Ängsten, innerer Fremdheit, Niedergeschlagenheit, Misstrauen oder auch Abgetrenntheit gegenüber anderen Menschen, sich selbst oder dem eigenen Körper auf.
Hier stehen die das Leben bestimmenden Gefühlslagen in ihren psychosomatischen und psychosozialen Zusammenhängen im Vordergrund. Daher benötigt ein psychoanalytischer Zugang (im Einzelsetting) mehr Zeit und höhere Stundenfrequenzen, um die vorherrschende Lebensatmosphäre im Therapieraum spür- und bearbeitbar werden zu lassen. Ergänzend werden analytische Gruppentherapien angeboten.
Verhaltenstherapie
Psychische Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig ist es nicht ein einzelnes Ereignis, das sie erklärt, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: persönliche Erfahrungen und Beziehungen, biologische Voraussetzungen, aktuelle Lebensumstände, Stress sowie erlernte Denk- und Verhaltensmuster.
Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) setzt an diesem Zusammenspiel an. Sie geht davon aus, dass Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Unsere Erfahrungen prägen, wie wir uns selbst, andere und die Welt wahrnehmen. Was in einer bestimmten Lebensphase hilfreich war, kann unter veränderten Bedingungen belastend werden. Bestimmte Denk- und Verhaltensmuster können dazu beitragen, dass psychische Beschwerden entstehen oder bestehen bleiben. Gleichzeitig können neue Erfahrungen und veränderte Denk- und Verhaltensweisen dieses Zusammenspiel wieder verändern.
Die moderne KVT umfasst ein breites Spektrum wissenschaftlich fundierter Methoden und Konzepte. Dazu zählen beispielsweise die Arbeit mit belastenden Gedanken und Verhaltensmustern, der gezielte Aufbau hilfreicher Aktivitäten, die schrittweise Konfrontation mit Ängsten und das Erproben neuer Verhaltensweisen. Auch achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Ansätze, die Arbeit mit Emotionen und persönlichen Werten sowie schematherapeutische und metakognitive Konzepte kommen in der KVT zum Einsatz.
Aus dem gemeinsamen Verständnis der individuellen Situation werden konkrete Therapieziele entwickelt. Je nach Anliegen können beispielsweise belastende Denk- und Verhaltensmuster überprüft, neue Perspektiven entwickelt oder bisher vermiedene Situationen schrittweise wieder aufgesucht werden. Auch der Umgang mit Gefühlen, Stress und zwischenmenschlichen Beziehungen kann eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist dabei, neue Erfahrungen zu ermöglichen und gemeinsam Wege zu entwickeln, die im Alltag hilfreich und langfristig tragfähig sind.